Von dunklem Charme zum hellen Rückzugsort
1974 ließ ein Architekt seinen ganz persönlichen Traum verwirklichen: ein eingeschossiger Kettenbungalow, in dem er über vier Jahrzehnte lebte. Nun hat ein neues Paar das Objekt in Schleswig‑Holstein übernommen – gemeinsam mit einem Dackel. Sie machten sich ans Werk, entfernten Wände, setzten neue Fenster ein, hellten auf – und verwandelten das vormals dunkle Haus in ein lichtdurchflutetes Zuhause ohne Treppen.

Warum dieser Bungalow? Hund, Alter & Wohnkomfort
Der Umzug war nicht allein dem Wunsch nach Veränderung geschuldet – es spielte auch die Gesundheit des vierbeinigen Mitbewohners eine Rolle. Bislang lebte man in einer Penthouse-Wohnung über zwei Etagen, ohne Aufzug. Die vielen Treppen bereiteten dem kleinen Hund altersbedingt große Mühe. Ein Haus auf einer Ebene war daher unabdingbar – nicht nur fürs Tier, sondern auch für die eigene Zukunft. Die Entscheidung fiel bewusst auf einen ebenerdigen Bungalow – als langfristiger Rückzugsort, in dem das Treppensteigen der Vergangenheit angehören sollte.

Das neue Heim in Boostedt bei Neumünster steht auf einem Grundstück von 570 m² und bietet Innenraum für 112 m² Wohnfläche – alles auf einer Ebene, alles barrierearm.

Architektur & Historie: Was war, was sollte
Als Architektenhaus gebaut, spiegelte der Bungalow den typischen 70er‑Jahre-Stil: schwere Backsteinmauern, Terrakotta-Fliesen, holzvertäfelte Decken. Der Grundriss war kleinteilig; einige Räume lagen abseits, ohne viel Tageslicht. Der Typus – eine Variante des Reihenbungalows mit L‑förmiger Bauweise – brachte zusätzliche Herausforderungen mit sich: Außenwände ohne Fenster, Schattenzonen zwischen angebauten Gebäudeteilen.
Was einst innovativ war, entsprach längst nicht mehr modernen Erwartungen an Komfort, Licht und Raumgefühl. Klar war: Dieser Bungalow musste sich wandeln.

Der Wandel: Licht, Raum, Material
Der Umbau war radikal, aber bedacht. Einige Innenwände fielen, wodurch ein großzügiger Wohn‑/Essbereich entstand, offen zur Küche hin gestaltet. So entstand ein Zentrum im Haus, das Licht und Leben aufsaugt.
Besonders kraftvolle Eingriffe: mehrere neue Flachdachfenster von Velux – konvexes Glas, um Regen ablaufen zu lassen, kombiniert mit guter Wärmedämmung. Ein Fenster im Bad, eines über dem Essplatz, dazu weitere in wichtigen Bereichen – Licht, das jetzt tief ins Gebäudeinnere dringt.

Der gesamte Innenbereich wurde in Weiß- und Hellgrautönen gehalten – bewusst, um den Kontrast zum früher dunklen Flair zu schlagen und ein modernes Ambiente zu schaffen. Leitungen für Strom und Wasser wurden erneuert; Materialien hochwertig gewählt. Ein kleines Highlight: ein Kaminofen mit Bio‑Ethanol. Trotz allem lagen die Baukosten durch Eigenleistungen schließlich unter 100.000 Euro.

Raumprogramm & Alltagstauglichkeit
Betritt man das Haus, führt ein Windfang ins Herzstück: den offenen Wohn‑/Essbereich mit etwa 52 m². Links öffnet sich die Küche, rechts führt ein beleuchteter Flur zum privaten Teil des Hauses: zwei Schlafzimmer, Bad, Gäste‑WC, Abstellraum. Im Bad eines der Velux‑Fenster elektrisch zu öffnen – praktische Lüftung inklusive. Für angenehmes Klima im Sommer wurden alle Flachdachfenster mit innenliegender Markise ausgestattet.
Überall zeigt sich: Hier wurde nicht einfach renoviert, sondern neu gedacht – mit Blick auf Lebensqualität, Barrierefreiheit und Licht.


Fazit: Ein Haus fürs Jetzt und Später
Der kleine Hund springt nicht mehr die Treppen hoch. Die neuen Bewohner haben ihr ideales Haus gefunden – oder geschaffen. Was sie sich vorgestellt hatten, wurde real – und noch ein wenig mehr: Helles Licht, offene Räume, keine Stufen, gute Materialien und ein Ambiente, das sowohl heute als auch in späteren Jahren trägt. „Es ist beeindruckend, das Ergebnis dann in der Realität zu sehen“, heißt es rückblickend – und man spürt, dass hier jemand sein Zuhause mit viel Herz neu gestaltet hat.

